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showcases 2022-02 - Fokus Showproduktionen

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Für die Eventbranche stehen unwägbare Zeiten an. Und das im dritten Coronajahr. Mit unserer neuen Ausgabe von showcases, dem Magazin für die Event- und Unternehmenskommunikation, beziehen wir Position. Neben einem Expert:innen-Talk zum Thema „Diversität“ und einem Rückblick auf die ersten 150 Tage Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft widmet die neue Ausgabe geflüchteten Artist:innen aus der Ukraine und Russland einen besonderen Platz. Und mit Markus Pabst im Glossary gibt es auch wieder was zum Schmunzeln. Denn ja: The show must go on! showcases macht das alles mit einem Bewusstsein, auf welchem gesellschaftlichen Boden wir agieren.

16/17 TALKING HEADS

16/17 TALKING HEADS memo-media.de memo-media.de Warum spielt das Thema Diversität eine immer größere Rolle? Britta Frielingsdorf: Unsere Gesellschaft verändert sich ständig. Einige Stichworte dazu sind Chancengerechtigkeit, Orientierung, Respekt, Sichtbarkeit und Teilhabe. Und die Digitalisierung bietet mehr Möglichkeiten und auch Bedarf, Zielgruppen zu definieren und zu erreichen. Van Bo Le-Mentzel: Diversität hat eigentlich schon immer eine Rolle gespielt, nur waren die Rahmenbedingungen, um Diversität einzufordern, nicht so wie heute gegeben. Es ist eine Bereicherung, wenn wir an Schulen auch Lehrpersonen haben, die schwarz sind oder Asiaten oder Menschen mit Hijab oder Menschen im Rollstuhl oder Transpersonen oder was auch immer. Karin Ruppert: Studien belegen, dass vielfältig aufgestellte Management-Teams die besseren Ergebnisse hervorbringen. Diese Erkenntnis, der demografische Wandel und die Herausforderungen des Megatrends »Soziale Nachhaltigkeit« haben das Thema Diversität auf die Agenda vieler Unternehmen gebracht. Unternehmen können es sich aufgrund des Fachkräftemangels schlichtweg nicht mehr leisten, die Dimension Gender Equality und damit die Hälfte der Bevölkerung auszuklammern. Jürgen May: Diversität sorgt dafür, dass die Vielfalt in unserer Gesellschaft aufgezeigt wird. Zusammengefasst ist Diversität antidiskriminierend. Karin Ruppert Britta Frielingsdorf ES LEBE DIE VIELFALT! Wie kann echte Diversität im Kulturbereich erreicht werden? KR: In erster Linie, indem wir alle Menschen einladen, ihre unterschiedlichen Perspektiven sichtbar zu machen. Diese Vielfalt unserer Gesellschaft sollte sich auf den Bühnen unserer Veranstaltungen widerspiegeln und zum Diskurs über gemeinsame Werte und Verhaltensweisen anregen. AUFGEZEICHNET VON ANDREAS SCHÄFER Britta Frielingsdorf arbeitet als Beauftragte für Gleichstellung im WDR für Geschlechtergerechtigkeit und Diversity im Personalbereich. Van Bo Le-Mentzel ist Mitbegründer des Berliner Vereins »Kiez-Tank-Stelle«, der sogenannte »Schooltalks« organisiert. Interessante Persönlichkeiten erzählen Jugendlichen, wie sie es geschafft haben, trotz schlechter Startbedingungen im Leben weiterzukommen. Karin Ruppert begleitet Organisationen in Veränderungsprozessen und ist Impulsgeberin für Gender Equality, New Leadership und Cultural Change. Darüber hinaus ist sie Vorstandsvorsitzende des gemeinnützigen Vereins She Means Community e. V., der mehrere Initiativen zur Förderung der Gleichberechtigung vereint. Jürgen May ist Berater für alle Aspekte der Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche. Er ist Dozent für »Sustainable Eventmanagement« an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, dem Studieninstitut Düsseldorf und der IECA Internationale Event- & Congress-Academy Mannheim. Jürgen May Van Bo Le-Mentzel Fotos: Phocus Brand Contact, WDR/Annika Fußwinkel, Dieter Stork, Martin Kraft/creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de JM: Wenn die Einbindung des Themas in den Ausbildungsbereich im Kulturbereich erfolgt. Mit gutem Beispiel geht die Kunst-Uni Graz voran. An der KUG wird Diversität über einen Entwicklungsplan, der noch bis 2024 läuft, gefördert. Für Lehre und Kunst gilt ein erweitertes Wissen um Diversität. Dazu gehören die theoretische Diskussion, praktische Reflexion von Themen wie Identitätsbildung, Integration/Inklusion und Segregation, Inter- und Transkulturalität, Migration und Transmigration oder Globalisierungsdebatten und Postcolonial Studies. BF: Es geht um Annäherung an die Vielfalt der Gesellschaft, um Perspektivenvielfalt, um Privilegien und um Zugang, auch zu Kultur und zum Kulturbetrieb, ohne zu stigmatisieren. Wen wollen wir erreichen? Wen sehen wir gar nicht? Welche Perspektiven fehlen uns? Was brauchen wir, um das zu ändern? Nur ein Beispiel: 30 Prozent der Menschen in NRW haben heute eine Einwanderungsgeschichte. Und im Kulturbetrieb? VBLM: Es geht um Repräsentanz. Viele Perspektiven sind bisher nicht sichtbar. Ich denke, es wäre schon mal ein guter Start, wenn die Leute, die entscheiden, sehr viel diverser aufgestellt wären. Und zwar nicht nur in der Kulturbranche, sondern auch in der Medienbranche. Also Menschen, die Zeitungen herausgeben oder Fernsehen oder Radio machen. In all diesen Bereichen müssten die Führungskräfte diverser aufgestellt sein.

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