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showcases 2022-01 - Fokus "Neues Handeln!"

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Ausnahmesituationen und daraus resultierende Veränderungen erfordern vor allem eines: Neues Handeln! Genau diesem Fokusthema widmen wir uns in unserer nächsten Ausgabe von showcases, dem Magazin für die Event- und Unternehmenskommunikation. Kaum eine andere Branche war in den vergangenen anderthalb Jahren so stark auf Improvisation, Kreativität und Neues Handeln angewiesen. Was dabei herausgekommen ist, wie sich die Branche für den Restart wappnet und welche kreativen Lösungen geboren sind, darauf werfen wir das Scheinwerferlicht. Im Feature berichten wir von Neustartprojekten im Zirkus. Das Glossary zum „Neuen Handeln“ schreibt der Kabarettist Marius Jung und an unserem virtuellen Roundtable geht es dieses Mal rund um die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft. Freut euch auf eine bunte, informative und inspirierende Ausgabe

12/13 38/39 KNOW HOW

12/13 38/39 KNOW HOW memo-media.de FACTS & FACES memo-media.de 6. PROBEN, PROBEN, PROBEN Man kann nur aus dem Ärmel zaubern, was man sich vorher reingesteckt hat, sagte einst Showmaster Rudi Carrell. Das gilt vor der Kamera auch für geübte Bühnenredner. Wer auf dem Screen gut rüberkommen will, stellt sich auf die anderen inszenatorischen Gesetzmäßigkeiten ein. Grundsätzlich kann man festhalten, dass die Probenzeit für eine Mehrkameraproduktion den doppelten Zeitaufwand im Vergleich zu einem Live-Event hat. 2.000 Besucher:innen bei der Future Of Festivals 7. VON ANFANG BIS ERFOLG Event-Regisseure sind »Konzeptioner & Showcaller« in einem. Neben dem reibungslosen Ablauf von Proben, Shows und Streams sollten sie auch für Storytelling, Dramaturgie und Inszenierung (mit)verantwortlich oder zumindest frühzeitig mit eingebunden sein. Auch die Schnittstelle zur Technik und zum Set-Design sollte von Beginn an gegeben sein, denn hier verbergen sich die größten Budgethürden. Größtes Branchentreffen im Festival- und Livebereich fand erfolgreich unter strengen Corona-Auflagen statt EVENTS ONLINE BESSER MACHEN SIEBEN THESEN VON REGISSEUR MARCO DITTRICH 1. MUT ZUR KÜRZE In der Kürze liegt die Würze. Doch Obacht! Die Ablenkung ist nur einen Mausklick entfernt oder vielleicht ist es auch die Spülmaschine, die dringend ausgeräumt werden will. Wer die Agenda seines Live-Events 1:1 übernimmt, hat schon verloren – zumindest seine Teilnehmer im Laufe der Zeit. Das passiert selbst beim spannendsten Kinofilm, der länger als 2,5 Stunden dauert. Und wer wirklich viel zu sagen hat, sollte lieber über eine Event-Reihe statt über eine mehrstündige Frontalbeschallung nachdenken. Nur Mut! 2. GROSSES KINO AUF KLEINEN SCREENS »Wir machen doch kein Fernsehen!« war oftmals in den letzten zwei Jahren die Anspruchshaltung digitaler Events. Das stimmt aber nur bedingt, denn der Teilnehmer misst deren Qualität an dem, was er aus der Flimmerkiste kennt. Natürlich ist das vorhandene Budget die Maßgabe, aber ein kamera- taugliches Set-Design ebenfalls. Das Studio muss in 270° gedacht und der Hintergrund abwechslungsreich mit Struktur und Farbe gestaltet werden. Beachtet werden sollte außerdem, dass man schon zum Abfilmen von allein zwei Personen, die im Gespräch miteinander sind, mindestens drei Kameras benötigt. Wenn dazu dann noch ein Kran oder eine Steadicam ergänzt wird, ist man schon nah am Maybritt-Illner-Look. 3. UMDENKEN, ANDERS MACHEN Vor dem Screen am Schreibtisch wird es schnell langweilig, denn 80 % der digitalen Corporate-Events zeigen nur Talking Heads. Interaktion ist ein Muss. Moderatoren, die Chat-Inhalte aufgreifen oder Polls, bei denen die Meinung des Publikums abgefragt wird, geben das Gefühl am Geschehen teilzuhaben. Und anstelle einer irgendwo »eingepippten« Powerpoint kann ein Redner verschiedenen Positionen im Set ablaufen und so erzählerisch im Zusammenspiel mit dem Set-Design Inhalte vermitteln. 4. MEHR MUT STATT MEHR RICHTIG Das Bügeleisen, mit dem auf dem Weg von der Erstkonzeption bis zur Umsetzung einer Veranstaltung alle dramaturgischen Ecken und Kanten geplättet werden, ist auch schon immer bei echten Events ein Problem gewesen. Inszenatorische Fallhöhe, Tempowechsel und neue Perspektiven machen es abwechslungsreich für das Publikum und halten diese an Bord. Auch für digitale Events ist daher ein spannendes und inhaltsvolles Konzept wichtig. 5. RELEVANZ VOR FIRLEFANZ Wer von den Teilnehmern aus denkt, liegt von Anfang an richtig. Setzen wir uns im Vorfeld mit folgende 3 Fragen auseinander: »Betrifft mich das als Teilnehmer?«, »Begreife ich das?«, »Berührt mich das?«. Wer so denkt und handelt, für den ist Customer Centricity nicht nur ein neues Marketing-Buzzword, sondern ein Selbstverständnis. Und wie geht’s dann weiter? Wahrscheinlich ist, dass viele Kunden auf die große Reichweite von Streaming-Events nicht mehr verzichten wollen. Aber wie funktioniert das Ganze, wenn Gäste vor Ort sind und gleichzeitig live ins Netz übertragen werden soll? Zur Klärung muss man maßgeblich eine Frage beantworten: Wer soll den besten Blick aufs Geschehen haben – die Teilnehmer vor Ort oder die am Screen? Es braucht dann ein ausgeklügeltes Set-Design, sodass den Anwesenden nicht permanent die Kameras im Sichtfeld stehen. In den Fokus seiner Arbeit als Regisseur stellt Marco Dittrich in erster Linie Dramaturgie und Storytelling. Er inszenierte die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit und die 120-Jahrfeier von Eintracht Frankfurt, die beide live im TV übertragen wurden. Für das »Parookaville«, einem der weltweit größten Festivals für elektronische Musik, scriptete er die letzten beiden Ceremonies. Showlastige Formate, wie der »Deutsche Schauspielpreis«, gehören ebenso zu seinem Repertoire wie inhaltsgetriebene Livestream-Produktionen, bei denen es auf eine TV-gerechte Bildästhetik ankommt. So finden sich in seinen Referenzen viele internationale Tagungen wie die »UNESCO World Conference« oder der World »Health Summit« sowie Streaming-Events großer Unternehmen. Marco Dittrich ist Ideengeber und Mitbegründer des Netzwerkes eventregisseure.de. Marco Dittrich masterminded the celebrations marking the Day of German Unity and the 120th birthday festivities of German Bundesliga team Eintracht Frankfurt; both events were broadcast live on TV. At the »Parookaville«, one of the world’s largest festivals for electronic music, he scripted the last two ceremonies. Showy events such as the »Deutscher Schauspielpreis« actor award are just as much part of his repertoire as are content-driven livestream productions with a focus on image aesthetics suited for TV presentation. His reference list includes numerous international conventions such as the UNESCO World Conference or the World Health Summit as well as streaming events hosted by major corporations. Marco Dittrich is idea generator and co-founder of the eventregisseure.de network. INFO 15/08 entertainment GmbH, 50931 Köln Kontaktdaten auf www.eventbranchenverzeichnis.de Die Future Of Festivals zog am letzten November-Wochenende 2.000 Besucher:innen in die Arena Berlin. Messe und Kongress fanden unter 2G-plus-Bedingungen statt. Wichtiges Thema des zweitägigen Kongresses war der akute Personalmangel in der Veranstaltungsbranche, verursacht durch die Pandemie-Einschränkungen. Zahlreiche Techniker:innen, Gastro- und Veranstaltungspersonal haben sich umorientiert. »Ich weiß von vielen Leuten, dass sie nicht zurückkommen möchten«, sagt Katha Santa im Panel »Stagecrew«. »Feste Arbeitszeiten, Wochenende frei und Zeit für Kinder zu haben, ist für viele ein Argument, nicht zurückzukommen. Auch in puncto Gehalt.« Dass sich Arbeitszeiten, Bezahlung und das Beschäftigungsverhältnis verbessern müssen, sieht auch Steven Kruijff, Director Event Production bei Goodlive: »Ich glaube, dass viel Personal zurückkommen wird, allerdings nicht zu den Konditionen und den Rahmenbedingungen, wie sie bislang galten. Wir müssen den Spagat hinkriegen, auch innerhalb Europas weiter wettbewerbsfähig zu bleiben, Planungssicherheit zu schaffen und gleichzeitig flexibel zu sein.« Ein weiterer Fokus von Future Of Festivals lag auf dem Thema Nachhaltigkeit. Im Panel »Sustainfestival« forderte Fine Stammnitz vom Greentouring Network mehr Kooperation und strukturelle Förderung für ökologischere Festivals: »Die Veranstaltungs- und Kulturbranche ist extrem gebeutelt. Es gibt viele Maßnahmen, die sich Große leisten können und Kleine vielleicht nicht. Wenn die ganze Branche mit dem Finger aufeinander zeigt, ist das kontraproduktiv. Wichtig wäre, dass Leute ihre Konzepte miteinander teilen.« Die internationale Sicht lieferte Steven Raspa aus San Francisco, Associate Director of Community Events beim Burning Man Festival. Burning Man findet seit 1990 in der Black- Rock-Wüste in Nevada statt. Raspa sieht auch die Festivalbesuchenden in der Pflicht: »Unser Prinzip, keine Spuren zu hinterlassen beziehungsweise eine positive Spur zu hinterlassen, wo immer es möglich ist, ist die Grundvoraussetzung, unsere jährliche Genehmigung zu bekommen. Da darf keine Sägespäne oder der kleinste Metallabfall übrigbleiben. Das wäre ohne die Mithilfe der ganzen Gemeinschaft gar nicht möglich. Und sie ist stolz darauf. Wir alle achten viel mehr auf unsere Abfallströme, verschwenden kein Wasser und kümmern uns um die Umwelt.« Einer, der sich für die Interessen von Festivals politisch einsetzen könnte, ist Deichbrand-Festival-Mitbegründer Daniel Schneider (SPD, MdB-Cuxhaven). Er sitzt seit Kurzem im Bundestag und weiß, dass die Festivalbranche Erwartungen an ihn hat. Streamingtickets für die aufgezeichnete Konferenz sind weiterhin über die Website von Future Of Festivals erhältlich. Die Panels können bis zum 31.12.2021 angeschaut werden.

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