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showcases 2022-01 - Fokus "Neues Handeln!"

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Ausnahmesituationen und daraus resultierende Veränderungen erfordern vor allem eines: Neues Handeln! Genau diesem Fokusthema widmen wir uns in unserer nächsten Ausgabe von showcases, dem Magazin für die Event- und Unternehmenskommunikation. Kaum eine andere Branche war in den vergangenen anderthalb Jahren so stark auf Improvisation, Kreativität und Neues Handeln angewiesen. Was dabei herausgekommen ist, wie sich die Branche für den Restart wappnet und welche kreativen Lösungen geboren sind, darauf werfen wir das Scheinwerferlicht. Im Feature berichten wir von Neustartprojekten im Zirkus. Das Glossary zum „Neuen Handeln“ schreibt der Kabarettist Marius Jung und an unserem virtuellen Roundtable geht es dieses Mal rund um die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft. Freut euch auf eine bunte, informative und inspirierende Ausgabe

10/11 FEATURE

10/11 FEATURE memo-media.de memo-media.de Inside ist die Befreiung aus dem Eingeschlossensein Zirkus kann Generationen verbinden »Nora« ist die Befreiung aus dem Puppenheim NEUES HANDELN BAGAGE Elabö ist Akrobatik und Theater zum Staunen und Lachen. Das sind Anne Holdik und Mitja Averhoff. Elabö ist geschickte Handauf-Hand-Artistik. Durch eine ausgiebige Recherche zu der Kombination von Jutesäcken und ihrer ureigenen Zirkusdisziplin, fanden die beiden zahlreiche neue Zugänge zu technischen und szenischen Bildern. Dabei haben sich die Jutesäcke nicht nur als symbolträchtige Objekte und Allegorien auf gesellschaftskritische und zwischenmenschliche Themen entwickelt, sondern liefern als robustes Material eine sich ständig verändernde Szenerie für ein mit theatralem Spiel und Artistik gepfeffertem Bühnenstück. In »Bagage« versuchen zwei ungleiche Figuren mit allen Mitteln, die Ordnung über einen enormen Stapel Säcke zu bewahren. Sie werden aufgetürmt, balanciert und umgeworfen, fliegen durch die Luft und bilden das Fundament für das nonverbale Zirkustheaterstück, bei der die Welt zuweilen aus den Fugen gerät. Es geht um Freundschaft und Konkurrenz und wie Menschen, die eine Aufgabe stemmen müssen, am besten wieder zueinanderkommen. Die Geschichte geht gut aus. NORA »Nora« – der nordische Frauenname ist kein Zufall für dieses Zirkusprogramm, denn die Regisseurin und Initiatorin Anna-Katharina Andrees kommt vom Theater. Nora ist eine der bedeutendsten Frauenrollen im Schauspiel. Der Bezug ist gewollt. Das Stück sollte unbedingt einen Frauennamen tragen. Im Vordergrund des Programms stehen die großen Entscheidungen. Nora lässt in dem Ibsenstück das Puppenheim- Idyll zurück, um sich selbst zu erkennen. Auf der Bühne sind fünf Zirkuskünstlerinnen und eine Musikerin zu sehen. Die Frauen arbeiten mit Tanz, Handstand, Luftartistik, Balance und Jonglage. Sie könnten die Nora von heute sein. Die Kreati- on »Nora« befasst sich mit unterschiedlichen Zuständen eines langwierigen Entscheidungsprozesses, durch welchen sich das Leben konsequent ändert. Anna-Katharina Andrees hat mit sehr charakterstarken Frauen, deren Lebensgeschichten und Herkünfte sich stark voneinander unterscheiden, die 7 Women Company gegründet, um mit ihnen und ihrer jeweiligen künstlerischen Sprache, einen solchen Prozess auf der Bühne für das Publikum erlebbar zu machen und selbst die Kreation zu durchleben. Die sieben Frauen sind allen diesen Aspekten nachgegangen und haben letztendlich Bilder, Vorgänge und Zustände entwickelt, die Momente von Nora, die alle sein könnten, zeigen. Ein mutiger Schritt der Befreiung ist die Folge. RUNNERS »Runners« von Hippana Maleta verspricht Bewegung und Spaß. Zwei Jongleure auf dem Laufband. Es zwingt sie zum ständigen Laufen, während ein Musiker sie durch eine Reihe von Spielen und Experimenten treibt. In »Runners« setzen sich der deutsche Zirkusperformer und Jongleur Jonas Schiffauer und sein aus Irland stammender Kollege Alex Allison gemeinsam mit dem spanischen Multiinstrumentalisten Moisés Mas Garcia mit der realen und der gefühlten Geschwindigkeit von Zeit auseinander. Es ist eine abendfüllende Performance, die sich »Runners« ist der Zwang zu Laufen Fotos: Stéphàne Le Breton, Circus Schatzinsel mit der Evolution des menschlichen Ganges beschäftigt und dem Wurf in eine zunehmend unbewegte Kultur. Zentrale Akteure der Show sind zwei erbarmungslose Laufbänder, die von Moisés Mas Garcia wie seine Musikinstrumente gespielt werden, um das spannungsreiche wie grotesk-komische Spiel zwischen den drei Protagonisten in Gang zu setzen und am Laufen zu halten. Das Trio hat sich in der gemeinsamen Intention zusammengefunden, die fundamentalen menschlichen Aktionen in einer Zirkusshow zu feiern. 1482 Nein, hinter der Zahl 1482 verbirgt sich nicht die ultimative Antwort auf das Universum und das Sein, sondern die Spanne von 14 bis 82 Jahren, die die Artist:innen, Theaterspieler:innen und Tänzer:innen des Mehrgenerationenprojekts »1482« abdeckt. Das Projekt des Circus Schatzinsel erforscht mit seinen künstlerischen Mitteln des Tanzes, Theaters und Circus die Stigmen des Altwerdens, des Jungseins und all ihre typischen Einordnungen. Junge Jongleur:innen, Akrobat:innen und Stepper:innen treffen dabei auf ältere Circusartist:innen und noch ältere Schauspieler:innen und blutjunge Zauber-Künstler:innen. Gemeinsam bewegen sie sich im Rad des Lebens. Persönliche Geschichten der einzelnen Beteiligten sind die inhaltlichen Ausgangspunkte dieser farbenreichen Reise, auf der viele wichtige Fragen gestellt werden: »Warum nutzen wir nicht das viele Wissen, die Erfahrungen und die Weisheit eines langen Lebens in der Gesellschaft wie in der Kunst? Warum verdrängen wir Abschnitte in unserem Leben, die etwas nicht mehr zulassen oder schwierig machen? Warum ist es in unserer Gesellschaft ein Nachteil, alt zu werden? Warum sucht Mann/Frau nach der Erkenntnis, dass das nicht mehr geht, weil wir jetzt zu alt dafür sind und nicht nach dem, was noch möglich ist oder aus was sich noch schöpfen lässt? Wo treffen sich >Junge< und >Alte< mit ihren Erfahrungen, Lebensvorstellungen und Ideen?« Es sind existenzielle Fragen, denen die zeitgenössischen Zirkusmacherinnen und Zirkusmacher in ihren neuen Projekten nachgehen. Das Eingeschlossensein von Leila Köckenberger, wie die »Bagage«, die die Handstand-Artist:innen elabö in Form von Jutesäcken zu Lebensaufgaben machen oder der finalen Entscheidung der Freiheit einer neu erfundenen »Nora«, die die 7 Women Company herbeiführt. Es sind die Ursprünge von Bewegung, durch die Jonas Schiffauer, Alex Allison gemeinsam mit Moises Más García rennen. Und der Circus Schatzinsel dreht am Rad des Lebens und verbindet Alt mit Jung in einer bunten Zirkusshow. TakeAction hat sich für alle bezahlt gemacht. Circuses are not known to be conservative entities; pioneers have consistently reinvented the circus ring. Be it Frédéric Zipperlin in recent times with his fairytale-like Cirque Bouffon or versed André Heller, showcases makes use of the opportunity to present several of these innovative projects. All of them have received support from the Fond Darstellende Künste sponsored by #TakeAction: the locked-in syndrome experienced by Leila Köckenberger, who combines aerial acrobatics in transparent foil with fakirism, or elabö, who narrate contemporary stories with gunny sacks and hand artistics. The 7 Women Company directed by Anna-Katharina Andrees develops the maturing of a modern Nora with circus and theater means, which in an important decision-making process – similar to Ibsen’s title character – leads to a courageous final act of liberation. Jonas Schiffauer, Alex Allison and Moises Más García jointly race through the origins of motion. The Zirkus Schatzinsel circus unites generations in the manège and has an inquisitive focus on the most important aspects of cohabitation. TakeAction paid off for all and everyone; contemporary circus was possibly at its creative best in the pandemic. INFO Alle Kontaktdaten auf www.eventbranchenverzeichnis.de

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