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showcases 2021-03 - Fokus Nachhaltigkeit

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Wir widmen uns einem Thema, das schon lange in aller Munde, doch aktueller und relevanter denn je ist: Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Corona-Pandemie, Flutkatastrophe, Klimawandel – bei einem Blick auf die Umwelt-Ereignisse der vergangenen Monate und Jahre wird eines immer deutlicher: Wie wichtig es ist, die eindeutigen Signale der Natur endlich ernstzunehmen! Was bedeutet Klimaschutz im großen Sinne? Und wie schaffen wir es, Naturverbundenheit und Achtsamkeit noch stärker in den Fokus zu rücken? In dem Zusammenhang beleuchten wir auch, wie die Eventbranche auf Krisen reagiert, was Hilfsbereitschaft bedeutet und berichten über vergangene und anstehende Events.

30/31 SERVICES

30/31 SERVICES memo-media.de OUTDOOR AUS DEM NICHTS memo-media.de AUF DEM WEG ZUR NACH- HALTIGKEIT AUFGEZEICHNET VON ANDREAS SCHÄFER Meiner Meinung nach ist es möglich, schon mit recht kleinen Veränderungen Festivals und Events deutlich nachhaltiger zu veranstalten. Als Erstes, glaube ich, ist es wichtig, ein Modell zu erschaffen, das die Transporte reduziert. Wir können mit Anbietern zusammenarbeiten, die die Gäste mit dem Bus shutteln, damit nicht jeder mit seinem eigenen Pkw anreist. Gut ist es auch, wenn Festivals selbst die Übernachtungen anbieten. Man sieht es ganz deutlich in den Niederlanden, wo es inzwischen gang und gäbe ist. Denn es reisen immer weniger Leute mit eigenen Zelten an. Es gibt eine Zeltstadt mit Rezeption, und jeder kann sein Zelt beziehen wie ein Zimmer im Hotel. Es ist für den Gast bequemer und man tut etwas für die Umwelt, wenn nicht jeder mit seinem Zelt anreist oder mit den Pavillons, die oft stehengelassen werden und die Müllberge erhöhen. Und müssen es wirklich Dixie-Toiletten sein? Komposttoiletten sind geruchlos und werden rund um die Uhr betreut. Die stinkenden Dixies sind oft ein Faktor für Unzufriedenheit bei den Festivalbesucher:innen, wie Umfragen zeigen. Und wenn man dieses Thema angeht, lohnt sich das erst einmal höhere Investment durch mehr Zufriedenheit. Natürlich ist es durch die Corona-Auflagen und die veränderte Situation schwieriger geworden, sich CO 2 -Kompensation zu leisten. Es lohnt sich also, das ganze Festival durchzurechnen, wo CO2 gespart werden kann. Das sind auch schon scheinbare Kleinigkeiten. Zum Beispiel das Pfandsystem – nutzen wir Plastikmarken oder Pfandmarken aus Restholz? Gehen wir vielleicht den Weg von Cashless-Systemen, damit grundsätzlich kein Bargeld im Spiel ist. Das geht mit aufladbaren Systemen vor Ort oder schon zu Hause und macht es übrigens auch deutlicher einfacher in puncto Service. Eine grundlegende Frage ist natürlich: Wie gehen wir mit Energie um? Wir haben vor zwei Jahren einen Dienstleister vermittelt, der eine ganze Bühne mit Solarstrom ausgestattet hat, und das funktionierte auch während des gesamten Festivals. Und neuerdings gibt es auch Anbieter, die Festivals mit Wasserstoffgeneratoren versorgen. Ich finde es immer erstrebenswert, dass Veranstaltungen die Besuchenden mit einbeziehen: Was wollt Ihr, was ist Euch wichtig im nächsten Jahr – vegetarisch, vegan, Anreise? Was können wir noch für Euch tun in Richtung Nachhaltigkeit? Auf diese Besucherstimmen zu hören, ist ganz, ganz wichtig, um eine runde Großveranstaltung zu entwickeln. Robert Stolt ist gelernter Veranstaltungskaufmann. Das Beraten begann nebenberuflich. Er betreut als Produktionsleiter das gemeinnützige Festival »Tag am Meer« in Meckpomm, das 2022 wieder stattfinden soll. Inzwischen ist seine Consultingfirma Fuchs & Hirsch professionalisiert und gemeinsam werden über 50 Festivals beraten, einen guten Start hinzulegen oder diese Festivals auf ihrem Weg durch die Jahre besser, das heißt auch nachhaltiger zu machen. Am 26. und 27. November diesen Jahres plant er die »Future of Festivals«, auf der diese Themen gemeinsam in Berlin diskutiert werden sollen. Robert Stolt is a qualified event manager, and he began advisory work only as a side job. In his function as production manager, he mentors the non-profit festival ’Tag am Meer‘ scheduled to be relaunched in 2022 in the federate state of Mecklenburg-Vorpommern. His consulting agency Fuchs&Hirsch has been professionalized; jointly they’ve provided consulting services to more than 50 festivals to improve their launch or to better established functions‘ ongoing performance, which also includes sustainability. On November the 26th and 27th of this year he has plans to stage the ’Future of Festivals‘, at which these topics will be discussed in Berlin. INFO Fuchs & Hirsch GmbH, 13187 Berlin Kontaktdaten auf www.eventbranchenverzeichnis.de Fotos: Bolzevent VON TABEA LETTAU »Ich habe Heimweh« – diese Worte einer jungen Frau klingen noch immer in Johanna Bolz Kopf nach, wenn sie an die prägendsten Momente der vergangenen Monate denkt. Und davon gibt es Unzählige. Johanna ist Inhaberin einer Eventagentur und war eine der ersten freiwilligen Helfer:innen, die nach der Flutkatastrophe im Juli nach Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Hilfe eilten. »Die Frau stand auf ihrem leeren, verschlammten Grundstück und blickte einfach nur auf ein riesengroßes Nichts. Denn genau das ist es, was die Flutkatastrophe in der Nacht vom 15. Juli in Bad Neuenahr-Ahrweiler hinterlassen hat: nichts«, sagt Johanna. Ersthelfer:innen aus der Eventbranche innerhalb kürzester Zeit vor Ort Gemeinsam mit zahlreichen Kolleg:innen aus der Eventbranche war sie innerhalb von 48 Stunden mit kurzfristig organisierten Sach- und Lebensmittelspenden vor Ort. »Lars Schlingensiepen, Geschäftsführer von ’Event Total‘, hatte unmittelbar nach dem Ereignis die Initiative ergriffen und die Markant Tankstelle Bad Neuenahr als Stützpunkt für Spendenausgaben organisiert. Sie liegt nur 300 Meter von der Hauptzentrale der Rettungskräfte entfernt, was für die Zusammenarbeit in den darauffolgenden Tagen und Wochen enorm hilfreich war«, berichtet die Eventexpertin. Im Rahmen des Projekts #event_alltagshelden bildete sich innerhalb weniger Stunden ein großes Netzwerk aus Eventprofis, das unbürokratisch, uneigennützig und auf kürzesten Wegen ein unvorstellbar großes Maß an Arbeitskraft und Arbeitsmitteln zur Verfügung stellte. Bedingungslose Hilfe trotz eigener Existenznot Diese Tatsache an sich ist schon beeindruckend. Doch noch viel beeindruckender ist sie vor dem Hintergrund, dass viele der helfenden Eventakteur:innen seit Corona selbst von starken Existenzängsten betroffen sind. Auch Johanna musste die Räumlichkeiten ihrer Agentur aufgeben und ihre Mitarbeitenden in Kurzarbeit schicken. Von Gummistiefeln bis hin zu 40.000 Litern Trinkwasser Durch ihr gemeinsames Netzwerk konnten die Eventprofis beispielsweise mehr als 1.000 Paar neue Gummistiefel, zahlreiche Stirnlampen, Möbel, Desinfektionsmittel, Hygieneartikel, Masken, über 2.500 Packkisten und sogar eine Spende von Lidl in Form von mehreren Sattelzügen Trinkwasser innerhalb kurzer Zeit organisieren, und sie haben es sehr schnell geschafft, auf dem offiziellen Platz der Rettungskräfte vor Ort ein großes Zelt als Versorgungslager aufbauen zu dürfen. Selbst um das Essen kümmerte sich das große Eventnetzwerk: Wochenlang versorgten einige Catering-Services aus der Region die Betroffenen und Helfer:innen täglich mit warmen Speisen. So schlimm die Katastrophe war und die Auswirkungen noch lange andauern werden, sie hat alle noch enger zusammengerückt. Und vor allem beweist sie, wozu die Eventbranche in der Lage ist: aus dem Nichts das Größtmögliche zu bewegen! In the scope of the project #event_alltagshelden, an extensive network of event professionals grew around Johanna Bolz within only a few hours, which unbureaucratically, unselfishly and rapidly made an incredible amount of manpower and resources available. As terrible as the catastrophe might have been, it prompted everybody to move even closer together. And it above all demonstrated impressively what the event industry is capable of achieving: really making a difference! INFO Bolz Event, 40625 Düsseldorf Kontaktdaten auf www.eventbranchenverzeichnis.de

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