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showcases 2021-02 - Fokus Weiterbildung

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Noch immer hat die Corona-Pandemie die Veranstaltungsbranche fest im Griff. Wie sieht es mit der Zukunft des Aus- und Weiterbildungsmarktes aus? Denn damit beschäftigt sich diese Ausgabe von showcases, dem Magazin für die Event- und Unternehmenskommunikation von memo-media. Dafür haben wir wie immer Expert:innen ihres Gebiets an unseren virtuellen Roundtable eingeladen, stellen im Feature ausgewählte Lehrende vor und präsentieren im Themenspecial eine Auswahl namhafter Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Branche.

10/11 FEATURE

10/11 FEATURE memo-media.de memo-media.de SO HAT ES DOCH METHODE Dem Düsseldorfer Kommunikationstrainer, Businesscoach und Performancekünstler Robert Reschkowski bin ich um die Jahrtausendwende in künstlerischen Projektzusammenhängen begegnet, als seine Tätigkeit im Business gerade im Kitaalter war. Jörg Immendorff machte ihm im Jahr 1969 Mut, sich nach seiner Gymnasialzeit an der Kunstakademie Düsseldorf für ein Kunststudium in einer Malklasse zu bewerben und half ihm, seine Bewerbungsmappe dafür zusammenzustellen. Reschkwoski wurde Schüler von Rupprecht Geiger und Gotthard Graupner. Norbert Kricke, der damalige Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie, förderte ihn und gab ihm mit auf den Weg, sich weder von Misserfolgen noch von Erfolgen korrumpieren zu lassen. Das hat ihn gelehrt, sich in Krisen zu bewähren und denen mit einer Gelassenheit gegenüberzutreten, die er selber vermitteln kann. Bei allem absolut notwendigen künstlerischen Chaos, das in Reschkowskis künstlerischen Projekten durchscheint, hat er eine systematische Herangehensweise an Probleme. Seine große Stärke ist es, Muster zu erkennen und zu benennen. Seine Erfahrungen basieren dabei auf den Begegnungen mit der Kunst dieser wundervollen Zeit von Happening und Fluxus, wie die eines Joseph Beuys oder Wolf Vostell. Das hat ihn nicht davon abgehalten, sich in anderen Modellen und Tools wie NLP (als Practitioner/Master-Practitioner & Trainers Training), Rhetorik oder in bilateraler Hemisphären- Stimulation wie systemischer Aufstellungsarbeit schulen zu lassen. Im Gegenteil. Reschkowski ist immer noch gespannt auf das, was kommt. Das sind für ihn, wie schon eingangs erwähnt, die Begegnungen. Die mit seinen Mentoren, also den Menschen, die ihm wegweisende Impulse für sein Leben gaben und geben und die er auch in Eventkonzepte einbringt. Seine Expertise stammt aus dem Leben, kombiniert mit einem unendlichen Schatz an (auch theoretischem) Wissen, den sich Robert Reschkowski angeeignet hat, und einer grundlegenden Fähigkeit, Sinnlichkeit zuzulassen. ES GEHT UMS GANZE Professor Lutz Becker ist lehrender Wirtschaftswissenschaftler. Er promovierte an der Bergischen Universität Wuppertal. Nach ersten Tätigkeiten in der Werbe-, Konsumgüter und IT-Industrie gründete er die deutsche Tochtergesellschaft eines bekannten Anti-Virus- Herstellers und die Fachgruppe Daten- und Netzwerksicherheit im Bundesverband Informationsund Kommunikationssysteme, heute Bitkom. Nach acht Jahren Lehrtätigkeit an der Karlshochschule International University wurde er 2014 als Studiendekan des Masterstudienganges Sustainable Marketing & Leadership an die Hochschule Fresenius in Köln berufen, wo er 2016 auch die Leitung der Business School übernahm. Der Masterstudiengang wird gerne von Absolvent:innen verschiedener Eventstudiengänge gewählt, denen soziale und ökologische Nachhaltigkeit besonders am Herzen liegen, und die erfahren wollen, wie Unternehmen und Projekte sowohl marktorientiert als auch nachhaltig geführt werden können. Neue globale Märkte stellen neue Herausforderungen dar. Nicht nur Ressourceneffizienz wird angesichts der planetaren Grenzen zum Wettbewerbsvorteil, die Konsument:innen fordern mehr Transparenz im Bezug auf Produktions- und Arbeitsbedingungen, Arbeitnehmer:innen erwarten mehr Engagement von ihren Führungskräften, die Digitalisierung verändert die Arbeits- und Konsumwelt. Mit dem Instinkt »der Verkäufer:in« ist es nicht mehr getan. Das Studium bei Lutz Becker ist sowohl nah an der unternehmerischen Praxis als auch am Menschen und rüstet für eine nachhaltigere Zukunft. DIE MENSCHLICHE VERFASSUNG Lynnda Curry stammt aus St. Louis und hat dort ihre ersten Tanzschritte gemacht. Zu Alvin Ailey, dem berühmtesten afroamerikanischen Choreografen der USA, brachte sie ein Stipendium nach New York. Ihren Master of Arts Degree in Tanz und Tanzausbildung machte sie dagegen an der Westküste an der California State University. Sie kam bereits vor dem Musicalboom nach Europa und brachte eine große Liebe zum Tanz und zu den Menschen, aber auch eine Liebe zur Präzision und Fotos: Robert Reschkwoski, Michael Quack, privat, treibhaus Disziplin mit, die die US-Amerikaner:innen immer noch zu den Meister:innen des Show-Business machen. Am Theater des Westens war sie in »Showboat« engagiert. Sie tanzte und wurde Supervisor bei »Cats«, also dem Musical, das in den Achtzigern den Boom im deutschsprachigen Europa begründete, in Wien und mit dem Weiterzug des Musicals nach Hamburg war sie dann auch Choreografin. In den Anfangstagen der Marketing-Events arbeitete sie auch für Living Media oder das Atelier Markgraph. Nach zehn Jahren in den USA ist sie seit 2001 wieder in Deutschland und Professorin an der Mendelsohn-Bartholdy- Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Dort hatte sie den Bereich Tanz für den Studiengang Musical entwickelt, der mittlerweile wieder eingestellt wurde. Inzwischen unterrichtet sie die Sänger:innen im klassischen Gesang und Musiktheater. Sie trainiert diese und hilft diesen, ihr Wissen und das Handwerkszeug, sich selbst auszurücken, zu entwickeln. Vor allem vermittelt sie ein tiefes Verständnis und eine aufrichtige Liebe zur Kunstform Tanz, ohne die alle Versuche, ein Publikum zu erreichen, scheitern. KREATIVE HIRNE Konzeptioner:innen sind eine kleine Gruppe. Für einen Ausbildungsgang an den großen Universitäten reichte das akademische Interesse der Kunsthochschulen nicht. Annette Beyer, die zu den Pionierinnen der Eventbranche gehört, sah vor anderthalb Jahrzehnten diese Lücke und startete mit dem treibhaus0.8 einen dualen Aufbaustudiengang, der neben einem Volontariat auch die umfassende Theorie in der Bildung der kreativen jungen Seelen nicht vernachlässigt. Als Lehrende engagierte sie die profiliertesten Menschen der Branche, aber auch Künstler:innen, die den Blick über den Tellerrand einer Branche garantieren, die nur zu leicht kreative Jugend im schnellen Heraushauen von Konzepten verschleißt. Einblicke in Kunst und Gesellschaft gehören im treibhaus dazu. Das treibhaus richtet sich mit dem Einstieg von Sabine Mayer neu aus und fokussiert auch verstärkt die digitale Welt. Das treibhaus ist der einzige duale Einstieg in die Kreativkonzeption für Kommunikation im digitalen wie szenischen Raum. Im neuen Selbstverständnis heißt es: »Im treibhaus vernetzen sich kreative Brains miteinander. Auf Top-Level-Niveau wird eine offene Wissenskultur gelebt und kreatives Praxis-Know-how geteilt. Das treibhaus macht in einem Jahr aus ausgewählten Talenten zukunftsweisende Profis.« Kreative Intelligenz ist im treibhaus der Treibstoff der Talente und wird umfassend gefördert. Dazu gehört auch gesellschaftliche Verantwortung und in den zwölf Ausbildungsblöcken stehen Themen wie Gender und Diversität auf dem Stundenplan. Sabine Mayer ist die neue Partnerin der Gründerin Annette Beyer in einem langfristig angelegten Transformationsprozess. Mayer zählt zu den Absolvent:innen des ersten Jahrgangs des treibhauses. Haltung und Werte gewinnen in dieser neuen Generation eine immer gewichtigere Rolle. Die neue Generation, die ausgebildet wird, soll mutig in Gespräche mit ihren Kund:innen gehen können, wofür sie Talent, Wissen und Handwerk braucht, eine neue Art von Kommunikation durchzusetzen. Sabine Mayer wendet den Blick im treibhaus auch verstärkt auf digitale Inhalte, denn das treibhaus soll über den klassischen Eventhorizont hinausgehen. Dabei bleibt es wichtig, als Agentur-Campus wie ein Wanderzirkus auch weiterhin diese Agenturen einzubinden und sich zu vernetzen. Der Anspruch des treibhauses ist, die Generation für die Kreativkonzeption auszubilden, die den Unterschied macht. Den Anspruch hat Annette Beyer seit der Gründung 2008 Jahr für Jahr erfüllt. Autorität – auch die aus Erfahrung – reicht nicht mehr, um kreative Prozesse zu steuern oder Unternehmen erfolgreich zu führen. Entsprechend ist Ausbildung auch dem Wandel unterworfen. Im Falle von guter Ausbildung werden weder Talente verschlissen noch wird stupide Aneignung zelebriert. Wie der Dramatiker Heiner Müller schreibt, braucht es den ganzen Menschen. Gute Lehrer:innen und Trainer:innen wie Lynnda Curry oder Robert Reschkowski haben die Menschen immer in den Mittelpunkt gerückt. In heutigen Ausbildungsgängen geht es längst auch um Nachhaltigkeit, Verantwortung und Sinn. In Studiengängen wie bei Lutz Becker an der Fresenius Hochschule oder dem Konzeptions Campus vom treibhaus von Annette Beyer und Sabine Mayer sind solch essentielle Grundlagen für die Entwicklung der kreativen Intelligenz selbstverständlich auf dem Lehrplan. Eine augenzwinkernde Einschätzung von Annette Beyer gibt es auf Seite 12 als Glossar! Authority – also if gained by experience – is no longer sufficient to steer creative processes or successfully manage businesses. As a consequence, professional qualification and training is also undergoing changes. Good qualification is not focused on wearing out talents or teaching drill routines, the German dramatist Heiner Müller once wrote that it calls the whole being. Good teachers and instructors such as Lynnda Curry and Robert Reschkowski have always had their focus on individuals as a whole. Contemporary professional qualification concepts have long also incorporated sustainability, responsibility, and significance. In study courses taught by Lutz Becker at the Fresenius Hochschule or the Konzeptions Campus at the treibhaus hosted by Annette Beyer and Sabine Mayer, these essential basics for the development of creative intelligence are implicitly part of curriculum. Be sure to read Annette Beyer's tongue-in-cheek analysis on page 12! INFO Kontaktdaten auf www.eventbranchenverzeichnis.de

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