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showcases 2020-04 - Fokus Perspektive

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Die neue Ausgabe von showcases, dem Magazin für die Event- und Unternehmenskommunikation, ist anders. Während sich jede Ausgabe traditionell einem ausgewählten Schwerpunktthema widmet, haben wir angesichts der aktuellen Branchensituation mit der diesjährigen Herbstausgabe ein Perspektiven-Heft kreiert – informativ, inspirierend und Augen öffnend! Für unsere Rubrik „Talking Heads“ haben wir uns mit namhaften Experten aus verschiedenen Gewerken zusammengesetzt. Die Meinungen, Ideen und Visionen, die in dieser spannenden Diskussionsrunde ans Tageslicht kamen, gibt es in dieser showcases-Ausgabe zu lesen.

10/11 FEATURE

10/11 FEATURE memo-media.de Die virtuellen Räume von Onlivenine Studio Bachmann geht von Kern der unterliegen nicht der Physik Bühne ins Studio Petra Lammers TROTZ ALLEDEM! Der Designer Dirk Bachmann-Kern Practice dienen konnte und auch kundenseitig veröffentlicht werden durfte, was nicht immer der Fall ist. Das gab einen guten Start in diese neue Zeit, so Lammers: »Neustart klingt immer so, als würde alles stillstehen und dann, wenn Corona vorbei ist, alles wieder losgehen wie ›früher‹. Ich glaube, die Situation ist anders. Fließender. Denn wir müssen ja kommunizieren. Und wir müssen letztlich auch interagieren und Spaß haben. Und dann lass mal den Herbst kommen und die Restaurants und Theater zu klein sein – das fordert neue Formate überall«. Lammers findet die neue Art der Interaktion und der Co-Creation ganz großartig: »Das sollten wir beibehalten. Den aktiven, respektvollen und sehr unterschiedlichen Umgang mit dem Publikum, den ein hybrides Event fordert, können wir übertragen auf alle weiteren Veranstaltungen. Und all das Ausprobieren und Erkunden von völlig neuen Formaten gefällt mir sehr. Ich sehe, dass wir uns gerade viel trauen und neue Wege gehen.« Diese immer besser zu machen, das ist eine gute Perspektive für die Zukunft. Alles bleibt in Bewegung Bertram Ernst gehört zu den musikalischen Urgesteinen der Eventszene. Seine Mönchspfeffer GmbH versteht er als Kreativportal im Bereich der Live-Kommunikation. Die großen Messen, Marken und Agenturen stehen auf seiner Referenzliste. Der erste Corona-Tote in seiner Heimatstadt war Ernsts Nachbar. Corona war also kein »fiktives Gespenst«. Zur gleichen Zeit wurden sämtliche Inszenierungen abgesagt, für die er als Künstlerischer Leiter oder Musiker engagiert war. Das traf. Inzwischen genießt es Bertram Ernst aber, andere Wege für neue künstlerische Projekte, wie das interaktive »Subway to Mars« oder »Junimond« im Autokino, einzuschlagen. Für die Künstlerin Leocardia Hirtes inszenierte er deren Relief- Arbeiten »Natur ist der Luxus von morgen«. Diejenigen, für die Veränderungen zu einer natürlichen Evolution gehören, werden auch weiter einen guten Output entwickeln. Ernst Bertram Ernst ist nicht zu stoppen Petra Lammers Die virtuellen Räume von Studio Bachmann Kern unterliegen nicht der Physik ist positiv gestimmt. Medien und Digitalisierung werden zu mehr Austausch und Interaktion führen. Klar, die Produktionskosten sind höher als bei konventionellen Bühnenformaten, aber auf diesem Weg lernt man die Karte der potentiellen Möglichkeiten besser kennen und zu nutzen. Schmerzhafter Arschtritt Die Konzeptionspionierin und Autorin Annette Beyer hatte in den ausgehenden Nullerjahren den Bedarf für eine ernsthafte Kreativenausbildung ausgemacht. Das Treibhaus 0.8 tut mit seinem Postgraduiertenstudium Agenturen wie Nachwuchs gut und vermittelt mit seiner dualen Ausbildung von Theorie und Praxis die Grundlagen von guter Kommunikation. Aber auch das Treibhaus wurde von Corona erwischt. Das heißt in den Partner-Agenturen Homeoffice, Kurzarbeit, panische Kundenanfragen: Hauptsache »irgendwie digital«. Die Treibhaus-Workshops wurden plötzlich zur einzigen Konstante. Schnell wurde auf digital umgestellt und auch gelernt, über interaktive Tools wie gewohnt kreativ zu kollaborieren. Seit Juli sind die Treffen zwar auch wieder analog, aber immer mit einem unsicheren Gefühl. Ob der nächste Treibhaus- Jahrgang zustande kommt, steht noch in den Sternen. Ebenso wie das dauerhafte Überleben der beteiligten Agenturen. Die ganze Branche hat einen ziemlich schmerzhaften Arschtritt gekriegt, so Beyer: »Die ganzen Themen Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, interne digitale Vernetzung. Alle haben jetzt gemerkt, dass Agentur auch menschenfreundlich funktionieren kann. Und das wird uns hoffentlich den jungen, tollen Agentur- Nachwuchs retten. Der hat nämlich schon länger keinen Bock mehr auf Nine-to-Midnight.« Es gibt eine Offenheit beim kollektiven Suchen wie schon lange nicht mehr. Auch bei den aktuellen Treibhäuslern herrscht eine Aufbruchsstimmung wie in keinem Jahrgang zuvor. Der Nachwuchs spürt, dass jetzt einfach alles anders werden muss und ist, so Annette Beyer, bereit, aktiv mit zu verändern. Fotos: Leon Sinowenka, Studio Bachmann-Kern, Onlivenine, Thomas Magdalinski, Treibhaus.08, Susie Knoll Wäre doch gelacht Lisa Steinmann ist Hindernisse gewöhnt. Sie ist Rollstuhlfahrerin. Das hat sie nie aufgehalten. Sie war Landtagsabgeordnete, kandidierte gerade auf einem Spitzenplatz erfolgreich für den Rat der Stadt Köln und sie ist im Landesvorstand der SPD. Dort beackert sie Kultur und Digitales. Seit dem 1. Juni 2020 ist sie zudem Leiterin des Köln Comedy Festivals. Das Festival konnte gut reagieren, weil es traditionell erst im Oktober an den Start geht. Die Ticketverkäufe waren zuerst zwar noch eine Katastrophe, denn weniger Menschen wagen das Ausgehen, doch die Coronazeit hat bei dem Festival, das nach 30 Jahren gerade neu aufgestellt wird, eine positive Inspiration ausgelöst. Die 1Live-XXL-Nacht in der Lanxess- Arena wurde frühzeitig in den Mai nächsten Jahres verschoben. Um diese herum machen die Kölner jetzt Experimente und arbeiten mehr nach draußen: »So können wir uns als Festival besser in der Gesamtheit darstellen und sind nicht nur auf die Reduktion auf Stand-up, Kabarett und Comedy festgelegt. Also auch Slapstick, Sketche, Outdoor-Veranstaltungen, Gratwanderungen, ins Kino gehen und dort Filme zeigen, die von Comedians kommentiert werden.« Ein Ziel ist es auch, auf einen zentralen Standort in Köln hinzuarbeiten und eine feste Festivalzone zu gestalten. Lisa Steinmann träumt von einem Zelt, das in Festivalfarben erstrahlt, inmitten der Stadt, und das auch, in die jeweiligen Farben getaucht, für andere Kölner Festivals bereitsteht. Für Lisa Steinmann gibt es kein Zurück. Die gesellschaftliche Wahrnehmung löst ein anderes Bewusstsein aus und zieht andere Notwendigkeiten in der Veranstaltungsszene nach sich. »Wir werden mit Bestuhlung und Kapazitäten noch langfristig Einschränkungen haben. Es wird in den Köpfen der Verbraucher nicht mehr die Unbefangenheit geben, die da mal war, sich irgendwo hinzusetzen und laut zu lachen. Aber solche Einschränkungen, solche Schüsse vor den Bug machen ja immer auch kreativ. Man sucht nach alterna- Lisa Steinmann Annette Beyer ruft ihre Student*innen tiven und kreativen Lösungen, die die Notwendigkeit von Kultur wieder als system- und gesellschaftspolitisch relevant implementiert. Das ist gerade in schwierigen Zeiten von doppelter Wichtigkeit«. Lisa Steinmanns Motto für das Herbstfestival ist: »Mit Sicherheit lustig«. Auch wenn große Teile der Kultur- und Eventbranche noch im Wartezustand sind, sprudelt es bereits kreativ aus allen Quellen. Das Designteam Dirk Bachmann-Kern hat sich für hybride Messeund Showroom-Präsentationen bereit gemacht. Art-Directors- Club-Mitglied Petra Lammers kann die Stärke des Storytelling für Events auch im Netz weiterentwickeln. Bertram Ernst ist auch nach 30 Jahren nicht müde, neue musikalische Formate zu entwickeln: interaktiv und auch im Autokino. Annette Beyer sieht positive Veränderungen in der Entschleunigung, die dem Rekrutieren von begabtem Nachwuchs förderlich ist. Festivalleiterin Lisa Steinmann träumt von einem gemeinsamen Zirkusdach für das Köln Comedy Festival. Even if large sectors of the culture and event industry are still in stand-by modus, creativeness is erupting from all sources. The Designteam Dirk Bachmann-Kern is geared for staging hybrid expo and showroom presentations. Art-Directors-Club member Petra Lammers is keen on enhancing the intensity of storytelling for events also in the Internet. Bertram Ernst for 30 years has been going strong on developing new musical formats: both interactive and in drive-in cinemas. Annette Beyer appreciates the positive aspects of deceleration, which is an asset in recruiting gifted talents. Festival manager Lisa Steinmann has visions of a joint circus dome for the Köln Comedy Festival. INFO Kontaktdaten auf www.eventbranchenverzeichnis.de

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