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showcases 2020-03 - Fokus Musik

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Deutschland ist eine in der Welt einmalige Kreativ-, Kunst- und Kulturnation. Anders als in der Geschichte wird sie diesmal nicht durch politische Gewalt erschüttert. Wir alle, die wir diese Kulturnation bilden, sind in Gefahr geraten, diese Pandemie nicht zu überstehen. Die große Politik hat immer noch nicht verstanden, worum es geht. Wir fordern keine Unvorsichtigkeiten und keinen Leichtsinn bei den Lockerungen, sondern politische Hilfestellungen, die wirklich konkret nützen. Da hilft es wenig, wenn regierungsnahe Kulturfunktionäre von Hartz IV als Segen für Künstler*innen schwadronieren. Es gibt kaum eine Branche in Deutschland, die so von Eigeninitiative und Tatkraft geprägt ist, wie die unsere. Ein gutes Dutzend Protagonist* innen stellen wir in dieser Ausgabe vor, weil wir die Gesichter dieser Branche, die wir lieben, zeigen wollen. Die ausführlichen Interviews findet ihr alle im Blog auf www.memo-media.de. Und weil wir auch den Nachwuchs lieben, stellen wir den aktuellen Sprungbrett-Preisträger Johann Prinz vor. Aber auch die Arrivierten haben bei uns Platz. Helge Schneider und Guildo Horn räumen wir vier Seiten gerne ein. Und Stefan Behr von Theater Anu mahnt uns, nie stillzustehen und uns immer wieder neu zu erfinden.

08/09 FEATURE

08/09 FEATURE memo-media.de Gefühls~ echt Es gab schon mal eine Zeit, da trennte sich in Deutschland musikalisch die Spreu vom Weizen. Von Pop war lange noch nicht die Rede. »Bitches Brew« von Miles Davis war vor fünfzig Jahren ein musikalisches Aphrodisiakum. Es gab Komponisten, die hörten diese Signale, und welche, die taten das nicht.

memo-media.de VON ANDREAS SCHÄFER Gute deutsche Musik hatte sich bis dato am französischen Chanson orientiert. Die jung verunglückte Alexandra bestellte dieses Feld. Komponisten wie Christian Bruhn und Peter Thomas nahmen dagegen auch die Einflüsse aus England und Amerika auf. Von Christian Bruhn soll später noch die Rede sein. Peter Thomas hatte schon in den Sechzigern den Jazz verarbeitet und superprogressive Filmmusiken geschrieben: für »Die endlose Nacht« mit der blutjungen Hannelore Elsner wie auch für die Science-Fiction-Serie »Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion«. Aber auch für die Fernsehstraßenfeger »Melissa« oder »Der Kommissar«. Mit Evelyn van Ophuisen alias Daisy Door nahm er das Lied »Du lebst in deiner Welt (Highlights of my Dream)« für die Folge »Als die Blumen Trauer trugen« auf. Innerhalb von drei Monaten gingen davon mehr als 500.000 Schallplatten über die Ladentheke und das Lied bescherte ihr drei Auftritte in der »ZDF-Hitparade«. Moog-Synthesizer-Sounds bildeten den Teppich für verzerrte Gitarrenriffs. Die Wohnzimmer und Phonotruhen wurden ordentlich entlüftet und die Vierviertelmarschschlagergemütlichkeit für lange Zeit ausgetrieben. Eine junge Generation war glücklich. Die Amerikaner hatten Nancy Sinatra, die Engländer Dusty Springfield, die Deutschen auf einmal eine international konkurrenzfähige Katja Ebstein. Aber auch von ihr später mehr. Der eintönige Marschschlager war aber nicht tot. Der sollte vor zwanzig Jahren durch tumbe Technobeats zum Abzappeln – am Ballermann wachgeküsst – umso hartnäckiger wiederkehren. Eins, zwei, drei, vier … der Wendler war da. Das 21. Jahrhundert hatte aber nicht nur den Wendler oder Mickie Krause zu bieten. Es begann auch die Ära des erfolgreichen Deutsch-Pops. Muttersprache Eine Soulstimme, die die deutsche Sprache erst spät für sich entdeckte, ist Sarah Connor. »Muttersprache« war 2015 ihr zweiter Durchbruch, nachdem sie ihren ersten Erfolg auf englische Titel aufgebaut hatte. Die ersten zehn deutschen Lieder entstanden zusammen mit dem Produzenten-Trio von Rosenstolz. Connor wuchs zu Hause mit Soulmusik auf, ihr Vater (irischer Herkunft) stammte aus den USA. Als Sechsjährige sang sie bereits in einem Hamburger Gospelchor. Als Teenager stand sie im Kinderchor bei zwei Michael- Jackson-Konzerten in Bremen zu »Earth Song« und »Heal the World« auf der Bühne. Mit ihrer dritten Single »From Sarah with Love« erstürmte sie 2001 erstmals den Gipfel der deutschen Singlecharts. Es gibt aber noch eine andere Fotos: Max Parovsky, Ariola Psychodelischer Schlager mit Daisy Door

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