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showcases 2020-02 - Fokus Starke Worte

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Wie wichtig eine offene und klare Kommunikation ist, ist spätestens seit den Veränderungen der vergangenen Tage und Wochen klar. Worte können nicht nur begeistern, zu Tränen rühren oder zum Lachen bringen, sondern auch an die Vernunft appellieren und letztlich zu verantwortungsvollem Handeln auffordern. Die neue Ausgabe unseres showcases-Magazins richtet ihren Fokus auf das gesprochene Wort. Wir berichten über (Wort-) Künstler*innen, schenken Eventexpert*innen Gehör und blicken zurück auf die großen Branchen-Events, die Anfang des Jahres noch stattfinden konnten.

08/09 FEATURE

08/09 FEATURE memo-media.de Starke Worte Fotos: Dominik Butzmann/CC BY-SA 2.0, Unknown author/Public domain

memo-media.de Sibylle Berg bei der re:publica 2019 Mit der Frauenbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es erste Rednerinnen in Salons und bei Veranstaltungen, während ihnen zuvor nur die stumme Rolle der Zuhörerin und der dezent Applaudierenden bei männlichen Weisheiten zugestanden wurde. Eine Frau, der es besonders zu verdanken war, dass in die traditionelle englische Gesellschaft Bewegung kam, war Virginia Woolf (1882 bis 1941). Sie war weit über ihren Bloomsbury Circle hinaus gefragt. Dieser Kreis, der nach Dorothy Parker – einem amerikanischen Pendant Woolfs – in »Squares« lebte, in »Circles« malte und in »Triangles« liebte, war wichtig für den gesellschaftlichen Fortschritt Europas und auch darüber hinaus. VON ANDREAS SCHÄFER Die Bloomsburys waren in Kunst, Wissenschaft und Politik zu Hause. Zu ihnen gehörte zum Beispiel auch der bedeutende Ökonom John Maynard Keynes. Virginia Woolf war Schriftstellerin, Verlegerin und Essayistin. Ihr Vortrag »Ein Zimmer für sich allein« war eine gescheite und witzige Untersuchung über die unmöglichen Bedingungen, unter denen Frauen bis dato schreiben mussten. Virginia Woolf erfand eine fiktive dichtende Schwester Shakespeares namens Judith, anhand derer sie die undenkbaren Zustände, unter denen Frauen Literatur produzieren mussten, beschrieb. Dieser Vortrag und später auch der gedruckte Essay wurde zu einem der meistgelesenen Werke der Frauenbewegung. Woolf wirkte und Frauen erkämpften sich die Plätze nicht nur zwischen Buchdeckeln, sondern auch auf den Bühnen und vor den Mikrofonen und Kameras der Welt. showcases stellt fünf weitere besondere Frauen vor, denen wir gerne mehr Einfluss geben würden. »Ich glaube einfach nur, dass sich gerade sehr viel verändert und dass es relativ überfordernd ist, weil es in einer unsinnigen Geschwindigkeit passiert.« Virginia Woolfs geistige Urenkelin in Mitteleuropa ist Sibylle Berg. Dramatikerin, preisgekrönte Hörspielautorin und ebenfalls Großschriftstellerin. Geboren ist sie in Weimar, also in Dialektik groß geworden. Inzwischen lebt sie als Schweizer Staatsbürgerin in Zürich. 25 Theaterstücke, 15 Romane sind ihr Œuvre. Bislang. Es ist in 34 Sprachen übersetzt. Als Frau Sibylle schreibt sie Kolumnen für den »Spiegel online«. Sie war Gastgeberin der künstlerischen Begegnungen im Haus der Berliner Festspiele der Reihe »Ein Tag mit … Sibylle Berg und Freunden«. Sie ist Opinion Leaderin über die Literatur hinaus. Ihr neustes Buch sammelt Gespräche mit allerlei »Nerds«. Was man eben darunter verstehen kann. Sie ist eine wirkliche Erscheinung. Pointensicher im Salon, analytisch im Duktus. Weichgespült ist sie mitnichten. Sie kann Diskurse ohne Airbag führen. Dabei hat sie sich eine Distanz zu den Dingen geschaffen, die frau braucht, um Phänomene richtig einzuordnen.

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