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showcases 2019-01 - Fokus Technik

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Veranstaltungstechnik ist nicht nur eine Eventnotwendigkeit, sondern die Verstärkung von Grazie und Kreativität. Deshalb beleuchten wir zum Jahreswechsel 2019 dieses oftmals für selbstverständlich gehaltene Gewerk, das so viel mehr kann als buntes Licht und irgendwelche Mikrofone irgendwo hinzustellen. Mein Kollege Andreas Schäfer hat für sein Feature wieder einmal besondere Menschen gefunden, die in ihrem Metier ganz Besonderes leisten. Im virtuellen Roundtable lassen wir Gegenwart und Zukunft abklären, deren aktuelle Fixsterne sich als Digitalisierung und Nachhaltigkeit am Technikfirmament ausmachen lassen. Wie kreativ die Mischung aus Kunst und Technik aber sein kann, beweist unser »Titelgirl«, Imogen Heap, vom interdisziplinären Projekt Mycelia. Ich hatte Glück beim Auftakt der Tour in Stockholm dabei gewesen zu sein: eine Show, die Beats und Bits intergalaktisch miteinander verschmilzt, gleichzeitig so nahbar wie unnahbar. Auf unserer ganz eigenen Umlaufbahn startet mit dem Sprungbrett wieder ein neuer Stern am Artistikhimmel und im zweiten Portrait stellen wir die junge Cyrwheel-Artistin Leonie Körner vor, die wir 2018 für preiswürdig hielten. Und natürlich können wir den Jahreswechsel nicht begehen, ohne einen intensiven Blick auf die 31. Internationale Kulturbörse Freiburg zu richten. Und auf die BOE in Dortmund. Wir freuen uns auf den Januar. Ihnen ein gutes neues Jahr!

08/09 FEATURE

08/09 FEATURE memo-media.de memo-media.de Wunder gibt es immer wieder Thomas Roschers Lichtgestaltung für Verdis Oper »Jerusalem« DER HERR DER KLÄNGE Serge Gräfe ist der Autodidakt unter den gefragtesten Tontechnikern. Von den ersten Mucken mit Rockbands in Niedersachsen hat er sich über die EXPO2000 in die Champions League hochgearbeitet. Bei Deutschlands Elektro-Avantgarde- Band Kraftwerk gehört er praktisch zum Inventar, wenn diese live auftritt. Auch tontechnisch waren die Jungs immer schon vorne, und so ist es kein Wunder, dass sie Stereo längst hinter sich gelassen haben und nicht nur Video in 3D gebrauchen. Auch der Ton hat bei ihnen längst die dritte Dimension erobert. Gräfe arbeitet inzwischen softwaremäßig mit dem virtuellen Mischsystem eMotion von Waves und kompakten Audiointerfaces anstelle von großen Mischpulten. Was die weitere Hardware betrifft, werkelt er dann gerne mit dem aktuellen Soundscape-System von d&b, das eine dreidimensionale Darstellung von Tönen quasi eingebaut hat. Neben den deutschen Avantgarde-Elektronikern betreut Serge Gräfe aber auch gerne Musicals. Hier bieten sich noch ganz andere Möglichkeiten für immersive Klänge, in die der Zuhörer abtauchen kann. Da kommt der Klang dann täuschend echt zur visuellen Wahrnehmung von genau dorther, wo der Zuschauer ihn optisch verortet. Für Gräfe, der sehr gerne in Teams arbeitet, ist das aber nicht das Ende seiner Träume. Ein Projekt auf der To-do-Liste sind ursprünglich immersive Musiken, die eigens für die Mehrdimensionalität komponiert werden und nicht mehr nachträglich aus Stereo heraus räumlich arrangiert werden. Georges Méliès Reise zum Mond Aus Technik sind die Hilfsmittel gemacht, die Zauberer brauchen, um Illusionen hervorzurufen. Alle Künstler sind solche Illusionisten und auf Technik, Techniker oder Techniken angewiesen. Mit dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts und dem elektrischen Zeitalter wurde es besonders spektakulär. Georges Méliès errichtete 1896 Frankreichs erstes Filmstudio – neben Edisons Black Maria eines der ersten der Welt. 1902 flog der frühere Zauberer Méliès mit seinem Publikum per Projektion zum ersten Mal zum Mond: »Le Voyage dans la lune« war der erste Science-Fiction- Film und eine absolute Sensation. Fotos: Thilo Beu DER HERR DER FARBEN Thomas Roscher ist der intellektuellste unter Deutschlands Lichtdesignern: the Brain. Und der unabhängigste. Studiert hat er bei Jennifer Tipton in den USA. In mehr als dreißig Jahren machte er das Lichtdesign an über 60 Theatern weltweit. In Bonn ist er seit 20 Jahren Beleuchtungsdirektor für Oper und Schauspiel. Aktuell arbeitet er an einer Koproduktion für die Oper in Bilbao. Das feste Engagement lässt ihn Event- und Architekturjobs aussuchen oder auch nicht. Es gilt das Lustprinzip. So hat er auch lange gewartet, bis er für die Bonner Bühnen die passenden LED- Scheinwerfer fand. Die ersten RGB-Pötte waren es nicht. Inzwischen ist er Herr über 140 ETC-LED- Scheinwerfer. Dort malt er jetzt mit sieben Farben. Er vergleicht die Arbeitsweise mit diesen Geräten mit der Aquarellmalerei. Roscher ist in wichtigen Kunstausstellungen anzutreffen. Er ist ein Malerei- fan, der sich dort gerne Inspirationen holt. Auch für Corporate Events wie für Daimler auf der IAA oder diverse Weltausstellungen, so für Milla & Partner zuletzt in Shanghai. Ein wenig genervt ist er von den zunehmenden Sicherheits- und Dokumentationsanforderungen im Gewerk, weiß sich aber auch zu behelfen. Da werden dann schon mal Grillthermometer eingesetzt, um die kritische Temperatur bei Scheinwerfern zu messen. LEDs hält er ob der geringen Hitzeentwicklung und des ebenso geringen Energieverbrauchs für den wichtigsten Fortschritt im Beleuchtungsbereich. Was ihm noch fehlt, ist eine direkte Schnittstelle für sein Gehirn. Er denkt in Licht und würde dieses gerne ohne zwischengeschaltete Pulte und Operator direkt umsetzen. Sein Wissen gibt er gerne weiter: an der Theaterakademie August Everding sowie der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Zürcher Hochschule der Künste.

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