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showcases 2019-01 - Fokus Technik

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Veranstaltungstechnik ist nicht nur eine Eventnotwendigkeit, sondern die Verstärkung von Grazie und Kreativität. Deshalb beleuchten wir zum Jahreswechsel 2019 dieses oftmals für selbstverständlich gehaltene Gewerk, das so viel mehr kann als buntes Licht und irgendwelche Mikrofone irgendwo hinzustellen. Mein Kollege Andreas Schäfer hat für sein Feature wieder einmal besondere Menschen gefunden, die in ihrem Metier ganz Besonderes leisten. Im virtuellen Roundtable lassen wir Gegenwart und Zukunft abklären, deren aktuelle Fixsterne sich als Digitalisierung und Nachhaltigkeit am Technikfirmament ausmachen lassen. Wie kreativ die Mischung aus Kunst und Technik aber sein kann, beweist unser »Titelgirl«, Imogen Heap, vom interdisziplinären Projekt Mycelia. Ich hatte Glück beim Auftakt der Tour in Stockholm dabei gewesen zu sein: eine Show, die Beats und Bits intergalaktisch miteinander verschmilzt, gleichzeitig so nahbar wie unnahbar. Auf unserer ganz eigenen Umlaufbahn startet mit dem Sprungbrett wieder ein neuer Stern am Artistikhimmel und im zweiten Portrait stellen wir die junge Cyrwheel-Artistin Leonie Körner vor, die wir 2018 für preiswürdig hielten. Und natürlich können wir den Jahreswechsel nicht begehen, ohne einen intensiven Blick auf die 31. Internationale Kulturbörse Freiburg zu richten. Und auf die BOE in Dortmund. Wir freuen uns auf den Januar. Ihnen ein gutes neues Jahr!

28/29 SPECIAL

28/29 SPECIAL memo-media.de memo-media.de Dass die stete Entwicklung der Technik für die Kunst keine Bedrohung sein muss, sondern ganz im Gegenteil Chancen bietet und Türen öffnet, veranschaulichen wir hier im Special. Altem Metall-Schrott wird neues Leben eingehaucht, Licht fungiert als Kommunikationsmittel und aus einer nervigen Telefonhotline wird ein virtueller Ort der Muße. So viel steht fest: Wenn sich innovative Technik mit archaischen Kunstformen verbindet, dann ist Großes möglich! AUS DER TECHNIK INSPIRATION SCHÖPFEN Licht als Kommunikationsmittel Ein Lichtstrahl wandert über die Leinwand. Plötzlich wird er von einem Performer »herausgerissen« und befindet sich nun zwischen seinen Händen. Das Licht bekommt eine eigene Dynamik und Kraft, mit der der Performer spielt und kommuniziert. Bei den Shows von Lichtfaktor verschmelzen Virtualität und Realität miteinander und das Licht steht als Kommunikationsmittel im Fokus. Dafür macht sich das Team die neueste Technik zu eigen und kombiniert diese mit langjähriger Erfahrung rund um die Themen Inszenierung und Interaktion. Lichtfaktor kreiert aber nicht nur das Konzept, die Dramaturgie und das Motion Design, sondern programmiert auch Software- Lösungen oder entwickelt und baut sogar eigenes Equipment. MUSIKWUNSCH PER APP DIREKT AUF DER BÜHNE FINGERFERTIGKEIT TRIFFT MODERNE TECHNIK Alles, was Chris Kaiser für seinen Act braucht, sind eine leuchtende Fläche, eine Kamera, ein Video-Projektor, Sand und seine flinken Hände. Damit schafft er ein Gesamtkunstwerk, das von seiner Dynamik lebt. Carolin Leaf setzte die Sandmalerei 1968 erstmals in einem Trickfilm ein. Und der Trickfilm-Bereich ist auch der Grund dafür, dass Chris Kaiser heute das tut, was er tut. Denn dadurch hat er die Sandmalerei kennengelernt. Er gestaltet mithilfe von Videoprojektoren Live-Shows, bei denen das Publikum verfolgen kann, wie sich ein Sandbild verwandelt. »Sand ist flexibel, so auch die Einsatzmöglichkeiten«, sagt der Künstler. Besonders reizvoll findet er die Verschmelzung mit anderen Kunstformen, z. B. die Bühnenhintergrund-Gestaltung bei einem Konzert. LED-Jonglage – modern und futuristisch Dass die Kombination aus Tanz, Technik und Licht möglich ist, ohne vor Ort einen großen technischen Aufwand zu betreiben, beweist Project PQ mit der Show Cy- DIE HERDE DER MASCHINENWESEN ber Lights. Es handelt sich um eine LED-Jonglage-Show, bei der ganz unterschiedliche Techniken zum Einsatz kommen – zum Beispiel ein eigens designter Tisch (Tron Table) mit integrierter Videoanimation oder Leuchtstäbe, mit denen Grafiken, Logos und Wörter passend zur Musik sichtbar gemacht werden können. Die Choreografie ist dabei immer auf die Technik abgestimmt, die für diese Show ebenso wie der Film Tron von 1982 als Inspiration dient. Project PQ ist es wichtig, dass die Show nicht einfach nur eine LED-Jonglage ist, sondern ein durchdachtes Konzept – modern und futuristisch. Wird Technik nicht auch maßgeblich von Künstlern genutzt? Oder gar entwickelt? Viele technische Innovationen gäbe es gar nicht, wäre der Anstoß dazu nicht aus dem kreativen Umfeld der Kunst und Künstler gekommen, sagt foolpool. Bei ihrer »Herde der Maschinenwesen« ist von Utopie nicht unbedingt die Rede, eher von Dystopie. Mechanische Endzeitwesen, aus Schrott gefertigt, marschieren durch die urbane, von Menschen geschaffene Landschaft. Einst wurden die Tiere über einen alten Scheibenwischermotor bewegt. Doch nun wurde den Tieren mit unauffälligeren und leistungsstärkeren Motoren technisch neues Leben eingehaucht. Diese lassen ihre Performance noch lebendiger wirken – so als hätten sie einen eigenen Willen. Und genau darin liegt schon wieder das Visionäre. Technische Möglichkeiten kreativ nutzen Till Pöhlmann war schon früh von der Kombination aus Jonglage und Licht fasziniert. Seine ersten Leuchtbälle waren eine Eigenkreation aus Tennisbällen bemalt mit phosphoreszierender Farbe aus dem Modellbauladen. »Ich hoffe, es war nicht zu gesundheitsschädlich, aber das war ohnehin 1990 noch nicht so stark im Fokus«, schmunzelt der Jongleur. 2001 entwickelte er seine ersten programmierbaren LED- Jonglierstäbe »Stix« und konnte damit Muster in die Luft »malen«. Heute kombiniert der Künstler LED-Jonglage, einen Video-Koffer und Video-Lightpainting in multimedialen Shows. Seine Inspiration ist es, technische Möglichkeiten kreativ zu nutzen und seine Faszination dafür auf das Publikum zu übertragen. TECHNISCHE INNOVATION GEPAART MIT ARCHAISCHER KUNST Wenn dreidimensionale Motion Graphics mit Akrobatik und Tanz verschmelzen, dann erlebt das Publikum eine zukunftsweisende Verbindung aus künstlerischen und technischen Komponenten, die unter die Haut geht. Der Showact »Visual Movers« der Sanostra GmbH bettet die Bewegungen der Künstler in eine über Video-Mapping generierte Szenerie ein. Dabei werden mehrere mobile Würfelelemente mit grafischen Inhalten »bemapt« und auf der Bühne immer wieder neu formiert. Durch eine vollflächige Projektion auf eine Operafolie im Hintergrund sowie auf einen hellen Bühnenboden entstehen multiple Ebenen und immer wieder neue Bildwelten. Eine Live-Performance in Interaktion mit audio-visueller Kunst. Mit über 80 Auftritten in 2018 haben die De Coronas den deutschen Eventmarkt schnell erobert. Das Markenzeichen der niederländischen Stand-Up- Pop-Band ist ein eigens entwickeltes Showkonzept, das es dem Publikum ermöglicht, per Telefon direkt auf der Bühne anzurufen, um sich den nächsten Song zu wünschen. Nun sind De Coronas mit einer eigenen App unterwegs, die das Konzept noch interaktiver und innovativer macht. Diese kann das Publikum im Appstore herunterladen und so aktiv am Event mitwirken. Denn über die App kann das Publikum Musik anwählen und verschicken, die dann als Playlist auf der Bühne erscheint. Fotos von Menschen, für die sich die Zuschauer einen besonderen Song wünschen, werden ebenfalls auf die Leinwand übertragen. Hugo, der sprechende Roboter Kinderliebling, Frauenschwarm und Fotomagnet zugleich? Das geht! Zumindest wenn man Hugo heißt und die Menschen mit großen, runden, leuchtenden Augen um den Finger wickelt. Das ist aber noch nicht alles. Denn Hugo ist eine interaktive ferngesteuerte Roboter-Puppe, die sich mit Passanten und Gästen unterhalten kann. Er fährt über Events, Messen und Festivals und hat nicht nur eine Menge Lieder in petto, sondern auch eine große Datenbank. Daraus kann er unnützes Wissen abrufen oder in den Philosophie-Modus schalten. Wer also gern tiefsinnige Gespräche führen möchte, ist bei dem kleinen Kerl an der richtigen Adresse. Naja fast, denn der kleine Roboter ist schnell abgelenkt von blinkenden Dingen und allem, was aussieht wie eine Maschine.

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