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showcases 2019-01 - Fokus Technik

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Veranstaltungstechnik ist nicht nur eine Eventnotwendigkeit, sondern die Verstärkung von Grazie und Kreativität. Deshalb beleuchten wir zum Jahreswechsel 2019 dieses oftmals für selbstverständlich gehaltene Gewerk, das so viel mehr kann als buntes Licht und irgendwelche Mikrofone irgendwo hinzustellen. Mein Kollege Andreas Schäfer hat für sein Feature wieder einmal besondere Menschen gefunden, die in ihrem Metier ganz Besonderes leisten. Im virtuellen Roundtable lassen wir Gegenwart und Zukunft abklären, deren aktuelle Fixsterne sich als Digitalisierung und Nachhaltigkeit am Technikfirmament ausmachen lassen. Wie kreativ die Mischung aus Kunst und Technik aber sein kann, beweist unser »Titelgirl«, Imogen Heap, vom interdisziplinären Projekt Mycelia. Ich hatte Glück beim Auftakt der Tour in Stockholm dabei gewesen zu sein: eine Show, die Beats und Bits intergalaktisch miteinander verschmilzt, gleichzeitig so nahbar wie unnahbar. Auf unserer ganz eigenen Umlaufbahn startet mit dem Sprungbrett wieder ein neuer Stern am Artistikhimmel und im zweiten Portrait stellen wir die junge Cyrwheel-Artistin Leonie Körner vor, die wir 2018 für preiswürdig hielten. Und natürlich können wir den Jahreswechsel nicht begehen, ohne einen intensiven Blick auf die 31. Internationale Kulturbörse Freiburg zu richten. Und auf die BOE in Dortmund. Wir freuen uns auf den Januar. Ihnen ein gutes neues Jahr!

26/27 PORTRAIT

26/27 PORTRAIT memo-media.de LEONIE KÖRNER Im Bann des Cyrwheels Der starke Bewegungsdrang veranlasste die Eltern der damals erst Dreijährigen, ihre Tochter für einen Schnupperkurs im Eislaufen anzumelden. Und so fing alles an. Heute ist die mittlerweile 20-Jährige staatlich geprüfte Artistin mit Abitur – und professionelle Cyrwheel-Akrobatin. Aus dem Schnupperkurs wurden acht Jahre professioneller Leistungssport mit vier Trainingsnachmittagen in der Woche – mindestens. Bis eine Freundin sie fragte, warum sich Leonie eigentlich nicht auf der Berliner Artistenschule bewerben würde. »Davon hatte ich bis dahin noch nie gehört, aber einen Versuch war es wert«, sagt die bezaubernde Künstlerin, als wir sie zum Gespräch in Berlin getroffen haben. Aus dem Versuch wurde eine komplette Ausbildung bis hin zum Abitur, die Leonie Körner im Sommer 2018 erfolgreich abgeschlossen hat. Der Cyrwheel als Partner, nicht nur Requisit Jonglage, Drahtseil, Handstand, Akrobatik, Trapez – die Schüler der Artistenschule müssen sich im Rahmen ihres Lehrplans durch viele verschiedene Requisiten und Disziplinen probieren. Auch Leonie, die sich statt auf den Eiskunstlauf später voll und ganz auf die Artistenschule konzentrierte. Und dann kam der Cyrwheel. Und ließ sie nicht mehr los. »Der Ring hat mich von Anfang an fasziniert. Denn wenn man nicht mit ihm in Einklang ist, gibt er den Takt und die Bewegungen vor, und nicht der Artist selbst. Für mich war die Herausforderung spannend: Ich will den Cyr beherrschen, nicht umgekehrt.« Und das hat sie geschafft. Nach ein paar Wochen machte der damals noch 18 Kilo schwere Cyrwheel, was Leonie Körner wollte. Heute steht sie mit einem zwölf Kilo schweren Reifen auf der Bühne, der deutlich größer ist als sie selbst. Und sie weiß genau, was der Ring macht und wie er reagiert, wenn sie ihn an einer bestimmten Stelle antippt, ihn dreht oder kreisen lässt. Trotzdem ist es ein Wechselspiel. Der Cyrwheel ist nicht nur ihr Requisit, sondern ihr Partner. Er macht, was sie will, sie folgt ihm ebenso. Wenn sie über ihren Reifen spricht, vergisst man manchmal, dass es nicht um einen Tanzpartner geht. Und das merkt man auch in ihren Show-Acts: Ihr Auftritt ist geprägt von Leichtigkeit, Schwerelosigkeit und Eleganz. Sie spielt ein Spiel, das federleicht aussieht. Doch dahinter steckt harte Arbeit und professionelles Training. »Mein Ziel ist es immer, meine Bewegungen so leicht und elegant wie möglich aussehen zu lassen«, sagt die Artistin. Und das tun sie – sie kreist den Cyr um sich herum oder lässt ihn kreisen, sie steht darin, hängt an ihm, überschlägt sich mit ihm, dreht unzählige Pirouetten und fliegt mit ihm durch die Luft. Mittlerweile hat sie auch ihre Leidenschaft für den Eiskunstlauf wieder entdeckt und verbindet ihn mit der Artistik und dem Tanztrapez, ihrer zweiten Disziplin. Auch über die Landesgrenzen hinweg interessiert man sich für die talentierte Künstlerin. Wo andere Abiturienten Praktika am Schreibtisch absolvieren, trat Leonie Körner mehrere Monate lang im Zirkus und Theater in England und Frankreich auf. »Ein reiner Bürojob wäre nichts für mich«, lacht die Künstlerin. »Dafür steckt einfach viel zu viel Bewegung in mir drin.« »Der Cyrwheel macht mich komplett« Wenn man sich mit Leonie unterhält, spürt man schnell: Der Cyrwheel ist aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. Zerlegt in fünf Teile transportiert sie ihn in der S-Bahn, im Auto und zu Fuß. Bei einem Fotoshooting ohne den Reifen hat ihr regelrecht etwas gefehlt. »In Verbindung mit dem Cyr fühle ich mich einfach wohler, er macht mich komplett«, sagt die junge Tänzerin. Zumindest auf der Bühne, wo er nicht nur Requisit ist, sondern ein echter Tanzpartner. Das sieht man, wenn sie mit ihm performt – und deswegen sind ihre Auftritte auch so rund und so präzise. Das gefiel auch der »Sprungbrett«-Jury. Seit zehn Jahren vergibt memo-media in Zusammenarbeit mit der Internationalen Kulturbörse Freiburg und dem Förderverein der Artistenschule den Nachwuchspreis an einen Absolventen oder eine Absolventin der Staatlichen Artistenschule Berlin und unterstützt mit dem Gewinn die jungen Künstler. Leonie Körner konnte sich in diesem Jahr gegen neun Mitschüler durchsetzen, die Jury war verzaubert. Höhepunkt für die Sprungbrett-Preisträger ist jedes Jahr ein Auftritt beim renommierten Varieté-Abend der Internationalen Kulturbörse Freiburg. Und wo möchte Leonie Körner nach dem Absprung vom Sprungbrett landen? Auf den ganz großen Bühnen, die Welt bereisen und viele Menschen kennenlernen. Auf Europas größte Showbühne im Berliner Friedrichstadtpalast hat sie es bereits mit einem Engagement geschafft. Und wird mit Sicherheit noch viel mehr erreichen. Denn Leonie Körner macht keine halben Sachen. Was sie anpackt, das wird rund. INFO The strong compulsion to move about at the time prompted this three-year-old’s parents to enroll their daughter in a beginner’s ice-skating course, and that’s how it all began. Today, the 20-year-old state-certified artist is a secondary-school graduate – and a professional cyr wheel acrobat as well. The beginner's course led to eight years of professional high-performance sports with at least four training units per week. Leonie Körner, 13357 Berlin Die Kontaktdaten finden Sie auf www.memo-media.de

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