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Powerfrauen im Fokus - showcases 18-01

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Frauen in der Eventbranche - vorgestellt von showcases, dem Magazin von memo-media. Ob bei Locations, Catering, Theater, Kunst und Kultur, Artistik - die Eventbranche ist voller Powerfrauen, die bewegen und bewegen wollen. showcases stellt einige von ihnen vor. Außerdem der Ausblikc auf die 30. Internationale Kulturbörse Freiburg und Backstage-Infos zur Logistik des im Herbst Weltklimagipfels 2017 in Bonn.

28/29 OUTDOOR

28/29 OUTDOOR memo-media.de memo-media.de WAS WILL DER MENSCH VON DER KUNST? Draußen vor der Glasscheibe. Auch Besucher ohne Ticket kamen am deutschen Pavillon in Venedig an ihre Handyfotos. Das Publikum ist Teil des Kunstwerks. Für Anne Imhofs raumgreifende Performance »Faust« wurde Deutschland mit dem Goldenen Löwen für den besten Länder-Pavillon geehrt. Das »Parthenon der Bücher« von Marta Minujín in Kassel. Das Publikum durfte 70.000 einst verbotene Bücher als Souvenir mit nach Hause nehmen. Stoffbahnen mit Zufallsbesucherin. Genau so stellt es sich Franz Erhard Walther vor. Er gewann den Goldenen Löwen der Kunst-Biennale in Venedig als bester Künstler. Ausflug in die Todeszone? Begehbare Endzeit-Landschaft von Pierrre Huyghe in Münster. Im Sommer 2017 ging das internationale Kunstpublikum wieder auf die Grand Tour zu den Hotspots der Gegenwartskunst: die Kasseler Documenta, die Kunst-Biennale in Venedig und die Skulptur-Projekte Münster. Drei Kunst-Events dieser Liga erlebt Europa nur alle zehn Jahre gleichzeitig. Für kreative Profis, die Menschen und Räume inszenieren, sind alle drei Stationen dieser Kunst-Bildungsreise Pflicht. Theoretisch begegnet man auf jeder Grand Tour gut 350 aktuellen Kunstwerken an 150 verschiedenen Orten, praktisch ist schon die Hälfte kaum zu schaffen. Aber es soll uns ja nicht ums Abhaken gehen, sondern um Inspiration und Erkenntnis. Was lernten wir diesmal? Fotos: documenta, La Biennale di Venezia, Annette Beyer Erste Erkenntnis: Auch das breite Publikum mag Kunst, die nicht an der Wand hängt – solange die Story und die Optik stimmt. Gefühlte 90 Prozent der Grand Tour-Kunstwerke waren raumgreifende Inszenierungen – Installationen, Performances und Aktionen. Es durfte auch gern mal schön monumental sein: Das Wahrzeichen der diesjährigen Documenta war das »Parthenon der Bücher«. Dieser griechische Tempel ist Athene, der Göttin der Weisheit, gewidmet. In Kassel stand das Bauwerk auf dem zentralen Platz in Originalgröße, nachgebaut aus Gerüststangen und behängt mit 70.000 gespendeten Büchern, die irgendwann mal verboten waren. Auch Harry Potter war dabei. Die Idee war einfach, manche fanden sie etwas banal, aber das Kunstwerk war sehr groß und sehr magisch, besonders am Abend. Der andere Publikumsliebling in Kassel stand direkt nebenan: ein Stapel aus 20 Kanalisationsrohren, wie man sie von Tiefbaustellen kennt. Obdachlose nutzen sowas gern als halb- wegs trockenen Unterschlupf. Die knapp mannshohen Betonröhren waren von Kunststudenten liebevoll zu individuellen, kleinen Eigenheimen eingerichtet worden. Wer Lust hatte, konnte hineinklettern und probewohnen. Die Botschaft ist traurig – Flüchtlingselend! –, aber das Entdecken der Details machte Spaß, die Pointe war klar, und von Weitem sahen die von innen beleuchteten Röhren richtig heimelig aus. In Münster standen die Menschen stundenlang Schlange, um dann durch eine deprimierende Endzeit-Landschaft zu kraxeln. Eine Lehm- und Betonwüste, wohl nach irgendeiner fiktiven Katastrophe, trotzdem irgendwie schön. Traurige Pfützen voll grünlicher Algenbrühe und Bienen – Ja, echte Bienen! Stechen die? – waren der einzige Hoffnungsschimmer. Man kennt diese Filme, aber analog ist es viel intensiver. Dabei wusste jeder Besucher, dass der Künstler nur den Boden der alten Eissporthalle aufgerissen hatte. Die harte Zweckarchitektur der Halle war unverbaut und spielte aktiv mit,

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