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showcases Teambuilding (01 / 2016)

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showcases 1-16: Teambuilding ist der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe. Da wird gekocht, gesungen und getrommelt, gelacht und mitgefiebert. Wir stellen ganz verschiedenen Aktionen und Akteure vor und zeigen auf, wie unterschiedlich man sich dem Thema nähern kann. Außerdem gibt es die große Kulturbörsen-Preview mit der Vorstellung aller Nominierten und des Artisten des Varieté-Abends. Und endlich treffen wir unsere Artisten-Novizen der Staatlichen Artistenschule Berlin vor. Tim und Luzie sind echt gross geworden und wir freuen uns, ihren Weg begleiten zu dürfen. Das Glossary stammt diesmal aus der Feder von Theaterfachfrau Johanna Schall. Im Portrait widmen wir uns der Berliner Volksbühne und im Best Case heizt das Theater Feuervogel ein. Der Services-Artikel wurde von Norwin Kandera von der Agentur Onliveline zum Thema Teambuilding verfasst und der Technical Rider befasst sich mit der Thematik der Lichtsteuerungen und in einem zweiten Artikel mit Kleinmembran-Mikrofonen.

32/33 Portrait

32/33 Portrait memo-media.de Kathrin Angerer, Daniel Zillmann und Patrick Güldenberg geben alles The Wild Bunch Wie die Volksbühne zum Ensemble der Ensembles wurde ... oder besser: Nach dem Ende der DDR wurde die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zum Kollektiv der Kollektive. Und so leben sie munter bis heute. Aber das Ende naht. Wer bis heute nicht dort war, sollte sich einen Ruck geben. Der hat nämlich sonst seinen persönlichen Abschnitt einer Legende werdenden Theaterepoche verpasst. In Berlin (West) ranken sich immer noch die Heldensagen um die alte Schaubühne mit Peter Stein an der Spitze. Dabei muss man gar nicht in der Zeit zurückgehen, um an einer ebensolchen inszenierungsprägenden Epoche teilzuhaben, denn es gibt den Intendanten Frank Castorf und seine Rasselbande oben auf dem Hügel »Ost« in Berlin Mitte. Er leitet die olle Volksbühne (eröffnet 1914) am Rosa-Luxemburg-Platz schon seit 1992. Neben diesem Großmeister der Zeitzerlegung ist es nur wenigen Regisseuren gelungen, Stand zu halten. Christoph Schlingensief ist seiner größten Angst, einer schlimmen Krankheit, erlegen. Marthaler, Pollesch, der Fritsch dagegen haben es an der Volksbühne als Hausregisseure geschafft. Dabei ist der Schweizer Christoph Marthaler stets der Gegenpol von Castorf geblieben und sorgt für die Entschleunigung am Haus. Aber wer jetzt denkt, Moment mal, Frauen hätten an diesem Hause nichts zu sagen, liegt falsch. Es sind auch die Frauen im Kollektiv, die Theatermaßstäbe setzten. Sophie Rois (Tatortnebenrolle) zum Beispiel, Silvia Rieger, Astrid Meyerfeldt als DDR- Erbe und Katrin Angerer (Tatort- und Polzeiruf-110-Nebenrolle) waren und sind starkes Geschlecht. Die munteren Nachwuchsschauspielerinnen in Person von Lilith Stangenberg und Margarita Breitkreiz ersetzten im Lauf der Zeit die Mittleren beiden: und zwar ebenbürtig. Bei den Männern ist Henry Hübchen (»Polizeiruf 110« und »Commissario Laurenti«) nach einem grandiosen Ost-Stanley-Kowalski aus dem Bollwerk der Bedeutung ausgeschieden. Dafür ist Berserker Martin Wuttke (Tatortkommissar zwischen 2008 und 2015 in Leipzig) gekommen, der nach Heiner Müllers Tod eine neue Herausforderung brauchte. Der traf auf den anderen Berserker Herbert Fritsch, der das Schauspielern vor ein paar Jahren an den Nagel hing und über die Provinz Oberhausen als gefeierter Regisseur an die große Bühne (inklusive mehrmaliger Teilnahme beim wichtigen Berliner Theatertreffen) zurückkehrte. Oder auf Bernhard Schütz, der unter Schlingensief einen göttlich schmierigen Gerhard Schröder gab. Oder Fabian Hinrichs (auch Nebenrolle »Tatort«), der zum Soloinstrument für den Zeitbeschleuniger unter dem Dichterregisseur René Pollesch mutierte. Komischerweise haben Film und Fernsehen höchstens mal eher eine läppische Fernsehrolle für diese Epigonen übrig. Zugegeben, Sophie Rois bekam auch Foto: Thomas Aurin

memo-media.de mal den Deutschen Filmpreis für ein eher durchwachsenes Werk von Tom Tykwer. Theaterpreise blieben dagegen wie an einem Magneten an diesem Ensemble hängen. Das Geheimnis des Erfolges ist, dass man sich mit Castorf seit seiner Verzweiflungsinthronisierung vor fast einem Vierteljahrhundert auf das Wesentliche fokussierte: auf Kunst und Künstler. Und man/frau schont sich nicht. Man spielt, als hätte man nichts zu verlieren. Es geht immer um alles. Nur nicht um Geld. Wer das große Geld verdienen wollte, musste woanders unterschreiben. Dafür bekam man an der Volksbühne kein bequemes Schauspielerleben, sondern Auseinandersetzung, Anstrengung und das Außergewöhnliche, wofür man hin und wieder Ausdauer brauchte. Dafür ist das nicht nur von ästhetischer Relevanz, sondern ebenso von gesellschaftlicher. Castorf hat starke Charaktere immer zugelassen: auf der Bühne und dahinter. Man merkt allen Beteiligten an, dass es ihnen nicht nur um sich selber geht, sondern in erster Linie um das Ding Theater und um das gemeinsame Haus. An keiner großen Bühne konnte man den Heldinnen und Helden als Theaterfan so nahe kommen, wie in der Kantine des Hauses, die eine immer geöffnete Tankstelle für Kunstdurstige war. Demnächst folgt der belgische Kurator Chris Dercon im Direktorenzimmer, was definitiv das Ende einer Epoche bedeutet. Aber wer weiß, vielleicht gelingt es ihm, eine neue einzuleiten, aber vielleicht scheitert er. Christoph Schlingensief hat die »Chance zu Scheitern« mal von der Volksbühne aus zum bundesweiten Wahlkampfslogan gemacht. Man sollte die Messer nicht zu früh wetzen. Dabei ist es eine Ironie für die linke Volksbühne, dass ihr Schutzpatron, der Kulturstaatssekretär André Schmitz, über eine Steuerschummelei stolperte und Popunternehmer Tim Renner, Schmitz’ Nachfolger als Berliner Kulturstaatssekretär, der sich für den Wechsel am Rosa-Luxemburg-Platz entschied, überhaupt in dessen Amt gespült wurde. Es ist schon etwas Wehmut mit dabei in Castorfs letzter großen Dostojewskiadaption »Die Brüder Karamasow«. Aber der Russenkrimi ist ein grandioser Abschied, in dem alle alles geben und darüber hinaus. Kathrin Angerer ist einmal mehr zum Niederknien. Sophie Rois singt wie eine Sirene herzerweichend – wie schon in den »Dämonen« vor mehr als einem Jahrzehnt. Aber das echte Leben geht eben auch an Castorfs Dostojewski-Land nicht spurlos vorbei. Die sechsstündige Dostojewski-Roman-Adaption ist Welttheater pur. Ja, man hat an der Volksbühne wieder mal inszenatorische Maßstäbe verschoben. Nastrovje! StreetWalkers mobil • interaktiv • flexibel • spaßgeladen • effektiv! People at the Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin know how to put together an outstanding team. Extravagant eccentrics and distinct individualists will also find their place in the theater's collective. All involved persons have one common goal: honest art without any rigmarole of vanities. Frank Castorf for more than 25 years has been steering a steady course with this theater, but real life simply won't pass by Castorf's Dostoyevsky island either. Everything must come to an end, sooner or later. The Belgian Chris Dercon will succeed to the analytical and in his own ways hedonist East Berliner Castorf; but there still is time to enjoy the legend. info Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, 10178 Berlin Die Kontaktinformationen finden Sie auf www.memo-media.de www.streetwalkers.de ENTERTAINMENT Presented by All Entertainment GmbH Tel. +49 (0) 6073 74 78 74 - 0 www.allentertainment.de ...mittendrin statt nur dabei!

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